Alltäglich plakatiert – Arbeitsschutzplakate aus der DDR

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Vom 12. Mai bis zum 14. Juli zeigt die Linksjugend [‘solid] Region Trier die Ausstellung „Alltäglich plakatiert – Arbeitsschutzplakate aus der DDR“ mit originalen Arbeitsschutzplakaten aus unterschiedlichen Jahrzehnten der DDR-Geschichte. Die Plakate stammen aus der ausführlichen DDR-Privatsammlung von Tobas Bank, der die meisten vor dem Wegwerfen bewahrte oder auf Trödelmärkten erwarb.

Die Ausstellungseröffnung mit dem Kurator Tobias Bank findet am 12. Mai um 18:00 Uhr im Wahlkreisbüro von Katrin Werner statt.

Die unpolitischen Plakate sind in ihrer Farbgebung und Gestaltung so vielseitig, dass sie sowohl historisch als auch künstlerisch Interessierte ansprechen. Durch ihre selbsterklärende Beschaffenheit, sind die Plakate auch für Schulklassen interessant. Weiterführende Informationen, z.B. zu den Grafikern oder zum Jahr der Herstellung der Plakate, werden außerdem auf einer ausführlichen Plakatunterschrift gegeben.
Viele der ausgestellten Arbeitsschutzplakate sind abstrakt und mit stilisierten Symbolen gestaltet, um leicht verständlich über Arbeitsschutz aufzuklären. Klare Formen und Linien sowie kräftige Farben oder Fotocollagen stehen hier im Vordergrund. Die Plakate hingen einst in Betriebshallen, Büros, Garagen, Kantinen und Umkleideräumen, um die Werktätigen auf Gefahren bei der Benutzung von Maschinen, auf Ordnung und Sauberkeit am Arbeitsplatz und auf den Wegen dorthin, auf die Pflege und den ordnungsgemäßen Umgang mit Arbeitsgeräten oder den Verzicht von Alkohol am Arbeitsplatz und auf dem Weg dorthin aufmerksam zu machen.

Die meisten der ausgestellten Plakate stammen aus den 1970er Jahren. Viele von ihnen wurden von bekannten DDR-Grafiker*innen gestaltet und einige wurden als Wettbewerbsbeiträge zu Plakatwettbewerben eingereicht. Arbeitsschutzplakate wurden in der Regel vom Dachverband der DDR-Gewerkschaften, dem FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund), in Auftrag gegeben. Plakate zum Thema Fahrsicherheit wurden zusätzlich von der Staatlichen Versicherung der DDR in Auftrag gegeben. Bei der Themenwahl und Gestaltung der Arbeitsschutzplakate hatten die Grafiker*innen, die in der DDR oftmals freiberuflich tätig waren, freie Wahl. Eine Kommission bestimmt dann über den Druck der Plakate. Hier konnte es zu Nachbesserungsvorschlägen und Ablehnungen kommen. Einige Grafiker*innen empfanden dies als Eingriff in ihre künstlerische Freiheit. Andere arrangierten sich damit oder empfanden die Vorschläge als irrelevant. Ein abgelehntes Plakat konnte auf fast keinem anderen Weg vervielfältigt und gedruckt werden. Dies hing vor allem damit zusammen, dass Papier knapp war und für größere Auflagen nur auf Zuteilung zur Verfügung stand. Plakate in der DDR wurden in der Regel von der DEWAG (Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft) hergestellt. Nur selten und dann eher in den ersten zwei Jahrzehnten der DDR-Geschichte, wurden Plakate noch von privaten oder Verlagsdruckerein hergestellt.

Die Arbeitsschutzplakate sind Teil einer umfangreichen Privatsammlung von verschiedenen Exponaten aus der Geschichte der DDR.

Die Ausstellung hängt im Wahlkreisbüro von Katrin Werner MdB in der Paulinstraße 1-3, 54292 Trier. Sie kann wochentags von 08:30 – 16:00 Uhr kostenlos besucht werden.